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Schneizl­reuth

Raus aus der Komfortzone

Katholische Stadtkirche Bad Reichenhall sondiert neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit

 

Ein Arbeitskreis, der sich die Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Stadtkirche zum Ziel gesetzt hat, ist am vergangenen Donnerstag, dem 16.07.2020, erstmals am Haiderhof in Schneizlreuth zusammengekommen.

Die Pastoralassistentin für Jugendarbeit Constanze Bär hatte dieses Treffen professionell vorbereitet. Als amüsanten Einstieg präsentierte sie via Youtube einen Rückblick ins Jahr 1997 zum Europäischen Song Contest mit dem Lied „Multimedia Datenautobahn“ von den EuroCats. Der Runde wurde damit vor Augen geführt, wie sehr Internet und Co. damals noch in den Kinderschuhen steckten und wie stark Medienpräsenz und Digitalität heute unser Leben prägen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Anwesenden (Pfarrgemeinderäte, Kirchenverwaltungsmitglieder und Pfarrer Moderegger) ging es gleich in medias res;

mit der Frage an die TeilnehmerInnen, welche Medien, die sie heute nutzten, mit denen sie tagtäglich arbeiteten, die Einzelnen denn kennen würden. Die Ergebnisse des „Brainstormings“ wurden auf bunten Zetteln notiert und nach Fachgebieten geordnet.

Neben den Print-Medien wie Zeitungen, Bücher, Plakate, Flyer etc., sowie Fernsehen und Rundfunk - nehmen da die digitalen Medien deutlich den breitesten Raum ein.

Es kristallisierte sich zugleich heraus, dass die Nutzungsgewohnheiten verschiedener Altersgruppen stark auseinanderdriften. Jugendliche und junge Erwachsene setzen bevorzugt und fast ausschließlich auf social Media Angebote, wie WhatsApp, Facebook, Instagram, Twitter, Messanger, Snapshot, TikTok oder Threema. Bei älteren Generationen, die inzwischen auch rege Computer und Smartphone nutzen, herrscht bei den Kommunikationsmedien immer noch EMail und Telefon vor, WhatsApp und Co. kommen auch, jedoch weniger zum Einsatz. Daneben gibt es aber immer noch viele, die über keinerlei Internet-Anschluss verfügen. Bei den Überlegungen, welche dieser Medien für die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche zielführend sein könnten, stellte sich heraus, dass die Wege diverse Zielgruppen zu erreichen, unterschiedlicher nicht sein könnten. Aus diesem Grund wurden die Belange der jungen Leute ausgeklammert und als spezieller Bereich der Jugendarbeit zugeführt.

Das angestrebte Konzept erweist sich als ein breites Spektrum an Möglichkeiten.

Dabei muss es heißen: Raus aus der Komfortzone! Auf konventioneller Ebene sind gut verteilte Plakate und Flyer, Vorankündigungen und Berichte in der Tageszeitung, wie auch die Präsenz im lokalen Radiosender nach wie vor effektive PR - Mittel. Als breitenwirksame Werbung in eigener Sache kommt auch der traditionelle Pfarrbrief wieder ins Gespräch – aktualisiert und an heutige Anforderungen angepasst.

Als zentrales Medium der Zukunft bietet sich jedoch die Homepage der Stadtkirche an (www.kath-stadtkirche-badreichenhall.de). Diese gilt es auszubauen, auf dem aktuellsten Stand zu halten und neben den Informationen auch mit spirituellen Inhalten zu bereichern. Die einzelnen Pfarreien finden hier ein Forum sich einzubringen, ihr Gemeindeleben und ihre Aktionen in Wort und Bild zu präsentieren. Dabei darf die Zusammengehörigkeit innerhalb der Stadtkirche nicht außer Acht gelassen werden. Es heißt für alle an einem Strang zu ziehen, Koordination und gegenseitige Information sind angesagt.

Das Ziel der kirchlichen Medienarbeit muss es sein, auf seriöse Weise auf Menschen zuzugehen, ihre Bedürfnisse zu erkunden und ihnen im christlichen Sinn seelischen Beistand zu geben. Möglicherweise kann es gelingen, existierende Skepsis oder Ressentiments gegen die christliche Religion und die Kirche abzubauen.

In der Kirche muss ein generelles Umdenken stattfinden. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Menschen Kirche – als räumlichen Versammlungsort – nicht mehr zwingend benötigten. Sie können im TV oder im Internet den Gottesdiensten beiwohnen. Ganz klar wurde bei diesem Workshop auch erkannt, dass man auf die Menschen zugehen und sie um Mithilfe bitten müsse.

Konkret heißt das, Aufgaben zu delegieren und Personen mit entsprechenden Fähigkeiten damit zu betrauen. Es kann bereichernd sein, genau zu beobachten, wo sich die Bevölkerung über Veranstaltungen informiert, und demnach geeignete Orte für Plakate und Flyer zu finden. Aushänge im Schaukasten oder am Info-Stand vor der Kirche reichen dafür nicht mehr aus.

Am Schluss der Veranstaltung waren sich alle einig, dass ein großes Portal ein gutes Stück weit geöffnet worden sei, es aber noch ein weiter Weg sei, bis es ganz offenstehe. – Die Mitglieder des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit wollen ihn weiterhin beschreiten, nach dem Wort des Propheten Jona aus dem Alten Testament „Nehmt Neuland unter den Pflug“.

Wer Ideen hat und gerne mitmachen möchte, einfach auf unserer Homepage vorbeischauen, wann das nächste Treffen ist oder per Email Kontakt aufnehmen.

Autorinnen: Inge Hartmann und Birgitta Steffens)

Bildunterschrift (Foto): „Brainstorming“ des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit in Schneizlreuth - die Tür der Gaststube am Haiderhof fungierte als Pinnwand. (Foto: Constanze Bär)

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