Responsive image
St. Zeno
Responsive image
St. Nikolaus
Responsive image
Bayerisch Gmain
Responsive image
Marzoll
Responsive image
Schneizl­reuth

Keine Gottesdienste bis 19. April 2020

Nach einschlägigen Beratungen mit dem Krisenstab der Erzdiözese München und Freising gibt nun unser Erzbischof, Reinhard Kardinal Marx, bekannt, dass aus Anlass der Corona-Krise alle Gottesdienste nunmehr bis 19. April 2020 abgesagt sind. Die vorläufig geltende Anordnung der Erzdiözese, bis zunächst einmal 3. April 2020 alle Gottesdienste entfallen zu lassen, verliert ihre Gültigkeit. Daraus folgt, dass alle Gottesdienste in der Kar- und Osterwoche nicht in öffentlich gefeiert werden!

Solidarisches Handeln zum Schutz gefährdeter Menschen

Seit meiner Priesterweihe im Jahre 2003 habe ich bisher 16-mal zusammen mit unterschiedlichen Gemeinden in Gottesdiensten den Feierlichkeiten des Osterfestes vorstehen dürfen. Die Tatsache, dass das in diesem Jahr nicht so sein wird, ist auch für mich persönlich sehr schmerzlich. Dennoch sind wir alle – gerade als Christen – angehalten, solidarisch zu handeln und mit all unseren Kräften die vom Virus besonders gefährdeten Menschen zu schützen.

Fällt Ostern aus? – Sollen wir Ostern verschieben?

In den vergangenen Tagen wurde an mich mehrfach die Frage herangetragen: „Herr Pfarrer, wird denn Ostern in diesem Jahr ausfallen?“ Was öffentliche Gottesdienste betrifft, muss ich natürlich mit einem klaren JA antworten. Ja, die Gottesdienste werden ohne Teilnahme der Gemeinde stattfinden – das ist sicher! Eine Realität, mit der wir alle zuerst einmal zu Recht kommen müssen. Aber, und hier möchte ich einem Standpunkt von Dominik Blum beipflichten, der für mich, was das Geheimnis der österlichen Tage betrifft, den Nagel auf den Kopf trifft, wenn er schreibt: „Nein, die Passion und Ostern finden statt. Denn in der Welt spielt sich das Drama von Gründonnerstag bis zum Ostermorgen ab, jeden Tag. Und in diesen Tagen besonders anschaulich. Da sind die vielen, die mit Hingabe anderen die Füße waschen wie an jedem anderen Montag oder Gründonnerstag. Die Beatmungsgeräte steuern, die weiter Brot backen, Kommunikation und damit Communio ermöglichen, Regale füllen mit Wein – und ja, auch mit Klopapier. Die Ärztinnen und Altenpfleger, die Kassiererinnen und Journalisten. Da sind die Vielen mit ihren Karfreitagserfahrungen. Isoliert im Krankenzimmer mit und ohne Corona-Infektion, vor dem Stacheldrahtzaun an der türkisch-griechischen Grenze mit dem Blick nach Europa. Und in Syrien und im Libanon auf der Suche nach Frieden. Skandal und Torheit der vielen Kreuze, jeden Tag.“ (www.katholisch.de/artikel/24930-ostern-faellt-nicht-aus-sondern-findet-jetzt-erst-recht-statt) Und Ostern? Karl Rahner meinte: „Weil sein [Jesu] Grab leer ist, darum wissen wir: Es hat alles schon wirklich begonnen, gut zu werden.“  

Liebe Mitchristen, liebe Mitbürger, Schwestern und Brüder!

Die Wahrheit, von der Karl Rahner gesprochen hat, wünsche ich Ihnen trotz aller traurigen Nachrichten von ganzem Herzen, begleitet von Gottes Segen. Es wäre mir ein Anliegen, dass Sie die österlichen Tage persönlich und auf Ihre Weise begehen. Lassen Sie das Fest aller Feste, dass gerade in diesen Tagen Trost und Hoffnung schenken will, nicht ausfallen! Versammeln Sie sich als in ihren jeweiligen Familien und feiern Sie „Dahoam“, in Ihrer „Hauskirche“ – so wie übrigens die ersten Christen. Und noch ein letzter und wichtiger Hinweis! In seinem Buch „Der kleine Prinz“ legt der Schriftsteller Antione de Saint-Exupèry einem Fuchs folgende Worte in den Mund: „Es muss feste Bräuche geben.“ Nur so könne das Herz nachkommen. Aufgrund der Botschaft dieses Buches ermutige ich Sie alle, gerade an den wunderbaren Bräuchen um Ostern herum festzuhalten: Binden Sie Ihre Palmbuschen, färben Sie Ostereier, basteln Sie Osterkerzen, bringen Sie das Osterlicht zu Menschen (hierfür kann vor der Haustüre eine Laterne vorbereitet sein, um nicht direkt in Kontakt treten zu müssen), ja, und bereiten Sie sich ein Osterkörbchen mit verschiedenen Speisen. Es wird nicht möglich sein, all das in unseren Gottesdiensten zu segnen, aber es ist Ihnen aufgrund von Taufe und Firmung möglich all dies selbst zu segnen – ähnlich den Haussegnungen in den weihnachtlichen Tagen. Das österliche Licht können Sie in allen Kirchen der Katholischen Stadtkirche abholen.

Halten Sie sich bitte an die Empfehlungen der Mediziner und Wissenschaftler! Feiern Sie Ostern Dahoam und bleiben Sie gesund!

Ihr

Markus Moderegger, Stadtpfarrer