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Bayerisch Gmain
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Marzoll
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Schneizl­reuth

Erstkommunionkinder verkünden die Passion Christi

Gut besuchte Palmsonntagsgottesdienste in der Kath. Stadtkirche

Bad Reichenhall. Nach einem Osterfest 2020 ganz ohne gemeinsame Gottesdienste waren alle Seelsorger der katholischen Stadtkirche froh, für die Karwoche zahlreiche Angebote in Präsenz, aber unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften machen zu können. Den Auftakt zum Palmsonntag, an dem der triumphale Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert wird, bildete die Vorabendmesse in St. Zeno mit Stadtpfarrer Markus Moderegger, bei der der Altarraum ganz in violettes Licht getaucht war, die liturgische Farbe der Fastenzeit. Wie bei jedem Palmsonntagsgottesdienst stand die Segnung der Palmzweige oder bunt geschmückten Palmbuschen am Anfang der Feier. Nur auf die anschließend übliche Prozession, die seit dem 8. Jahrhundert belegt ist, musste verzichtet werden. Wie auch beim Pfarrgottesdienst am Sonntag früh in St. Zeno, zu dem man sich voranmelden musste, um niemanden abweisen zu müssen, wurde die ganze Leidensgeschichte Jesu in verteilten Rollen vorgetragen. In seiner Predigt fasste Zelebrant Moderegger das ganze Geschehen sehr markant in einem Satz zusammen: "Heute hui, morgen pfui." Gerade noch huldigte die Menge ihrem König mit "Hosanna dem Sohne Davids", kurz darauf verurteilten sie ihn und schrien sie „ans Kreuz mit ihm". Als Mensch sei Jesus einer von uns geworden. Er habe Freude, Sorge, Angst, Leid und den Tod auf sich genommen für einen jeden von uns, um uns zu erlösen. Politikern und Menschen, die in der Coronakrise, entscheiden müssten, gehe es auch oft so, dass sie gerade noch bejubelt, im nächsten Moment abgeurteilt werden. Das sei mit christlichem Denken nicht vereinbar, bei allem müsse man Gottes Liebe im Blick haben.

Auch in den Fürbitten wurde für alle gebetet, die in Wissenschaft, Forschung und Politik Verantwortung tragen, das Pflegepersonal, für Kranke und Einsame. Susanne Burget übernahm die musikalische Gestaltung an der großen Orgel.

Stadtpfarrer Markus Moderegger eilte gleich nach der Messfeier nach Marzoll um dort im Friedhof einem der Familiengottesdienste vorzustehen, bei dem Erstkommunionkinder die Leidensgeschichte Jesu mit verteilten Rollen und in einer kindgerechten Sprache vortragen durften. Da Volksgesang im Gottesdienst derzeit nicht erlaubt ist, sorgte das Marzoller Bläserquartett für die feierliche Musik.

Besonders froh war man in Bayerisch Gmain über das gute Wetter. Hatten doch die vergangenen Veranstaltungen für alle Kinder der 3. und 4. Klassen, die sich derzeit auf ihre Erstkommunion vorbereiten, bei Regen und Schnee auf dem Parkplatz hinter der Bayerisch Gmainer Kirche stattgefunden. Die Sonne brachte die mitgebrachten großen Palmbuschen richtig zum Strahlen. Pater Terencjan zelebrierte den Gottesdienst, tatkräftig unterstützt von Pastoralassistentin Constanze Bär, die mit den Kindern die Passionsgeschichte mit einem Bodenbild illustrierte. Auf ein Tuch wurden nacheinander u.a. Geißel, Dornenkrone, 3 Kreuze, die Kreuzesinschrift INRI, Schwamm und Essigkrug gelegt. Zahlreiche Ministranten, auch einige neue durften "mitschnuppern", Renate Hauber mit der Trompete und Organistin Barbara Knetsch-Mainardy sorgten für die feierliche Atmosphäre.

Mit einer anderen Ministrantenschar, Lektoren und gemeinsam mit Diakon Matthias Friedl zog das pastorale Team von Bayerisch Gmain anschließend aus der Reichenhaller St. Nikolauskirche zum Altar auf dem großen Kirchplatz zu den Klängen von Flöten, Klarinetten, Trompeten, Celli, Klavier und Trommel der Familien Henneberger und Frauenschuh. Menschen aller Generationen hatten sich um die Nikolaussäule verteilt, um der Palmsegnung mit Gebet und Weihwasser beizuwohnen zu der sechs Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores, begleitet von Kirchenmusiker Reinhard Seidl das bekannte Lied "Jesus zieht in Jerusalem ein" zu Gehör brachten.

Auch hier trugen diesjährige Erstkommunikanten couragiert das Evangelium vom letzten Abendmahl, der Verhaftung und Verurteilung Jesu, der Kreuzigung, seinem Tod bis zur Grablegung vor, wieder anschaulich dargestellt mit Gegenständen, die auf ein Tuch gelegt wurden. Zur Kommunion durfte jeder Gottesdienstbesucher auf seinem Platz bleiben und dort die Hostie empfangen. Die Kinder wurden von Constanze Bär mit Handschuhen gesegnet.

Nach dem Dank an alle Beteiligten, besonders die ehrenamtlichen Ordner, und dem feierlichen Schlusssegen wurden die Familien mit einer schwungvollen Instrumentalbearbeitung von "Laudato si" auf den Heimweg geschickt.

Auch der Familiengottesdienst am mit bunten Palmbuschen geschmückten Musikpavillon in Unterjettenberg wurde sehr gut angenommen. Gemeindereferentin Gabi Angerer erzählte die biblische Geschichte vom Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem unter dem Jubel des Volkes. Die Querflötenmusik der Familie Nagel umrahmte den Palmsonntagsgottesdienst musikalisch.

Für Katholiken in und um Bad Reichenhall wurde außerdem noch eine Eucharistiefeier der kroatischen Gemeinde und eine im tridentinischen Ritus in Bayerisch Gmain angeboten.

Es war ein gelungener Auftakt für die Heilige Woche, der zeigt, wie wichtig Christen die gemeinsamen liturgischen Feierstunden sind. Bei allen Gottesdiensten erging auch die Einladung, allein oder mit der Familie die Kreuzwegstationen zu besuchen, die auf sieben Kirchen verteilt aufgebaut sind und zu denen per QR-Code Hörspielszenen abgerufen werden können. Auch der Hinweis durfte nicht fehlen, dass für einige Osternachtsfeiern eine Anmeldung notwendig ist.

Edith Seidl

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