St. Nikolaus v.d.Flüe, Bayerisch Gmain

Die Bayerisch Gmainer Kirche wurde im Jahr 1957 erbaut.

Das Eingangsportal empfängt den Besucher als „Tor des Glaubens“ – die Sätze des Glaubensbekenntnisses sind hier in moderner Bildsprache wiedergegeben.

Am Altarfresko wird die Hl. Dreifaltigkeit von den bekannten 14 Nothelfern umrahmt, zu denen sich als 15. Person der Pfarrpatron, St.Nikolaus von der Flüe gesellt.

Im Vorraum der Kirche werden in einer Vitrine wechselnde Szenen aus dem Leben des Heiligen figürlich dargestellt.
Eine Schautafel informiert über die Biografie von „Bruder Klaus“, dessen Leben durch Gottes Ruf und Dank der Zustimmung seiner Ehefrau Dorothee eine radikale Wendung erfahren hat.


Szenen aus dem Leben des Hl. Nikolaus von der Flüe (1417-1487)

1. Die Turmvision

2. Der Abschied

3. Überprüfung des Fastenwunders

4. Gebet und Meditation in der Klause

5. Bruder Klaus – der Friedensstifter von Stans (1481)

Aktuell ist im Schaukasten in der Kirche die 2. Szene des Präsentationszyklus ausgestellt:

Der Abschied

Diese Szene erinnert an den 16. Oktober, den Gallustag, des Jahres 1467.

An diesem Tag verließ Nikolaus von der Flüe seine Familie und seinen Hof, um als Büßer in die Fremde in Richtung Elsass zu ziehen. Dort wollte er sich den „Gottesfreunden“, einer Bewegung von Anhängern des mystischen Lebens, anschließen.

Diesem Entschluss ging eine zweijährige schwere Lebenskrise voraus. Äußerer Auslöser war ein ungerechtes Urteil, das Nikolaus, überstimmt von bestochenen Richterkollegen, nicht verhindern konnte. Daraufhin legte er seine sämtlichen öffentlichen Ämter nieder. Im Verlauf der Krise kniete er nächtelang betend am Kamin, fastete viel und suchte seine von Gott gewollte Bestimmung. Diese sah er in Visionen vor sich. Schließlich bat er seine Familie und im Besonderen seine Frau Dorothea ihn frei zu geben.

Hier kommt nun die Schlüsselrolle zum Tragen, die seine Ehefrau Dorothea innehatte. Mit ihrem schmerzhaft errungenen Einverständnis und ihrem heroischem Verzicht ebnete sie Nikolaus erst den Weg zu seiner Berufung und zu seinem späteren segensreichen Wirken als Bruder Klaus. Der außergewöhnliche Konsens des Ehepaares zeigt, wie beide – zwar auf unterschiedliche Weise, doch in gleichem Maße – Gottes Willen annahmen und sich ihm fügten.